Warum Selbstfürsorge so wichtig ist

Selbstliebe und Selbstfürsorge sind für unser eigenes Wohlbefinden sehr wichtig. Leider machen wir uns das nur allzu selten bewusst und verwechseln Selbstliebe mit Egoismus. Wir möchten da gerne mal etwas aufräumen und dir helfen, dich selbst zu lieben ohne ein schlechtes Gewissen dabei zu haben.

Was bedeutet Selbstliebe und Selbstfürsorge?

Selbstfürsorge bedeutet, sich um sich selbst zu kümmern. Es heißt, Eigenverantwortung für sich und sein Leben zu übernehmen und Körper und Seele unter die eigenen Fittiche zu nehmen. Wer lernt, sich selbst zu lieben, nimmt seine Bedürfnisse und Wünsche wichtig und räumt ihnen einen entsprechend hohen Stellenwert in seinem Leben ein.

Warum ist Selbstliebe so wichtig?

Jeden Tag gibst du anderen Menschen. Du hilfst Freunden und Familie im Privatleben. Du hilfst deinen Kunden, deinem Chef, deinem Unternehmen im Berufsleben. Das alles kannst du aber nur wenn dein eigener Speicher, dein eigenes Glas gefüllt ist.

Ich möchte dir gerne ein schönes Beispiel geben, dass ich von der tollen Laura Seiler habe.

Selbstfürsorge im Flugzeug
Wenn du schon einmal Flugzeug geflogen bist, wirst du es sicher kennen. Vor dem Abflug gibt es immer eine Sicherheitseinweisung, was zu tun ist, wenn das Flugzeug in Not gerät. Dabei wird stets darauf hingewiesen, dass du zuerst deine Sicherheitsweste anziehen und erst danach anderen Passagieren helfen sollst.

Wenn wir nicht zuerst an uns denken, besteht Gefahr, dass wir unsere eigenen Grenzen überschreiten. Sowohl körperlich als auch seelisch. Kurzfristig mag das „nur“ zu Erschöpfung oder Abgeschlagenheit führen. Langfristig kann es jedoch auch zu Krankheiten kommen, wenn dein Körper oder deine Seele mit der ständigen Grenzüberschreitung nicht mehr fertig wird.

Du kannst nur dann 100 % in Beruf und privat geben, wenn du selbst bei 100 % bist. Und genau deshalb hat Selbstliebe nichts mit Egoismus zu tun, sondern ist essentiell für dein eigenes Wohlbefinden und das Zusammenleben unsere Gesellschaft.

Wo fängt Selbstfürsorge und Selbstliebe an?

Selbstliebe fängt bei deinen natürlichen Bedürfnissen an. Das sind vorranging Schlafen, Essen, Trinken und Bewegung. Stelle dir also folgende Fragen:

Schlafe ich ausreichend und regelmäßig?

Ein gesunder Schlaf, das weißt du sicher, bewegt sich zwischen 6 und 8 Stunden die Nacht. Du solltest dich nach dem Schlaf ausgeruht und voller Energie fühlen. Tust du das nicht, versuche die Anzahl der Schlafstunden zu erhöhen. Führt auch diese Änderung nicht zur gewünschten Erholsamkeit und Energie, überprüfe auch dein Schlafumfeld. Dazu gehört nicht nur eine auf dich abgestimtme Matratze, sondern vor allem dein Verhalten vor dem Schlafengehen. Vielen Menschen hilft es, auch zum schnelleren Einschlafen, wenn sie mind. 30 Minuten, besser eine Stunde, vor dem Schlafengehen auf elektronische Geräte wie Smartphone und Fernseher verzichten.

Trinke ich genügend?

Bei der scheinbar richtigen Trinkmenge für den Körper scheiden sich auch die Geister. Wir halten nichts von pauschalen Empfehlungen. Trinke dann, wenn du durstig bist und so viel bis dein Durst gestillt bist. Wir halten es für eine gute Idee, die eigene Trinkmenge einfach mal eine Woche zu dokumentieren. Einmal um zu sehen, wie viel du denn trinkst, aber auch was du trinkst. Zu viele Softdrinks sind sicher nicht so dolle. Nur damit man sich einmal vor Augen führt, ob denn alles okay ist.

Ernähre ich mich so, dass es meinem Körper gut tut?

In der heutigen Gesellschaft sind wir leider, oft bedingt durch das Berufsleben, nicht immer in der Lage für eine geregelte Nahrungszufuhr zu sorgen. Wir leben im Stress, schieben hastig etwas in den Mund und greifen auf schnelles und einfaches Essen zurück. Dabei soll das Essen gar nicht bestimmten Dogmen verschrieben werden. Oft genügt schon die ehrliche Beantwortung simpler Fragen, um selbst zu erkennen, dass der eigene Umgang mit Essen optimiert werden kann. Solche Fragen können sein:

  • Warum esse ich? Ist es wirklich Hunger oder aus Frust oder Gewohnheit?
  • Esse ich täglich Obst und Gemüse? Hab ich das auch im Haus?
  • Hole ich oft schnell mal was beim Bäcker?
  • Wann habe ich das letzte Mal Mittagspause gemacht, dabei nur gegessen und mich nicht gleichzeitig anderen Dingen gewidmet?

Bewege ich mich ausreichend?

Bewegung, vor allem in der Natur tut gut. Sie hilft dir nicht nur, die oft empfohlenen 10.000 Schritte pro Tag zu erreichen. An der frischen Luft spazieren zu gehen, schafft klare Gedanken. Beim Spazierengehen ist man mit sich ganz alleine in der Natur und lässt all die Probleme und Sorgen einmal außer Acht. Einfach mal mind. 30 Minuten raus gehen und nur die Natur und das Leben auf sich wirken lassen. Dabei lernst du mitunter deine Umgebung auch besser kennen.

Stelle dir auch bei diesem Punkt einige Fragen:

  • Bewege ich mich regelmäßig?
  • Mache ich Sport?
  • Kann ich in meinen Alltag vielleicht noch mehr Bewegung intergrieren?
  • Lassen sich bestimmte Wege auch zu Fuß oder per Treppe statt Auto oder Aufzug erledigen?

Tipps für mehr Selbstliebe

Um zu lernen, sich selbst zu lieben, kann eine Liste behilflich sein:

Mache eine Liste mit allen Dingen, die dir guttun. Das können sein:

  • Ein Buch lesen
  • Ein Glas Wein trinken
  • Reisen
  • Die Lieblingsschokolade essen
  • Mit der besten Freundin oder dem besten Freund reden
  • Power-Napping
  • In der Sonne liegen
  • Du weißt, was dir gut tut.

Was machst du nun mit dieser Liste?

Nun, immer dann, wenn es dir nicht gut geht, wenn du dich ausgepowert fühlst und eine Pause brauchst, schaust du dir diese Liste an.

Führe Rituale ein.

Ein Ritual kann dabei die Meditation sein. Meditation und Selbstliebe sind zwei Dinge, die sich gesucht und gefunden haben. Viele Blogs und Bücher befassen sich mit dem Thema Meditation und gehen dabei auf den Einfluss auf die Selbstliebe und Selbstfürsorge ein. Das hat vielerlei Gründe. Bei der Meditation ist es ruhig, wir kümmern uns. Die verschiedenen Formen (Stille, Achtsamkeit, Ruhe, Konzentration,…) sind frei von fremden Einflüssen auf uns und haben den Sinn, dass sich nur einer Sache gewidmet werden soll – ohne Ablenkung. Das bewusste Erleben der Gegenwart steht im Vordergrund. Keine Sorgen oder Ängste des Alltags oder der Zukunft sollen bedacht werden, um ein entspanntes Dasein zu gewährleisten. Diese „Flucht“ aus dem Leben für eine bestimmte Zeit, hilft vielen Menschen Kraft für kommende Aufgaben zu tanken. Daher ist besonders die Meditation am Morgen ein beliebtes Ritual.

Ein Ritual kann auch sein, dass du an einem bestimmten Wochentag, etwa immer freitags, samstags oder sonntags, bewusst etwas tust, was dir gut tut. Du kannst dann wieder auf deine erstellte Liste zurückgreifen. Dieses Ritual, dass du weißt, „morgen tue ich mir bewusst etwas Gutes und belohne mich“ gibt dir Sicherheit und Geborgenheit.

Die Einführung und Pflege eines Rituals ist auch mit Arbeit verbunden. Nur wenn du dieses Ritual auch regelmäßig durchführen kannst, solltest du es einführen. Die positiven Effekte eines Rituals beruhen auf dieser Regelmäßigkeit. Bürge dir daher keine Dinge auf, die du nicht einhalten kannst, das Ritual soll nicht zur Arbeit ausarten. Es gibt dabei keine Regeln. Auch eine kleine Angewohnheit am Morgen, z. B. 10 Minuten nach dem Aufstehen am Bett darüber nachdenken, was Schönes am Tag passieren wird, kann ein Ritual darstellen. Was ein Ritual in deinem Leben ist, bestimmst zum größten Teil du!

Selbstbestimmung

Zur Selbstfürsorge gehört auf jeden Fall auch die Selbstbestimmung. Das heißt, dass du Dinge tust, die nur dir sehr wichtig sind und von deinem Umfeld nicht unbedingt verstanden werden musst. Dass du deine Träume verwirklichst und auch mal gegen den Strom schwimmst. Dass du Dingen nachgehst, die nur dir Freude bereiten, die nur dich erfüllen. Du solltest dich also ab und zu fragen:

  • Wie selbstbestimmt lebe ich eigentlich?
  • Tue ich das, was ich will oder lebe ich mehr nach den Wünschen anderer?
  • Ist der Beruf der, den ich ausüben möchte, der mich glücklich macht?

Gesunder Egoismus

Einen gesunden Egoismus zu haben, ist für Selbstfürsorge und Selbstliebe essentiell. Gesunder Egoismus bedeutet, auch einmal Nein zu sagen, Dinge für andere nicht sofort zu erledigen, deine Bescheidenheit und Gutmütigkeit aufzugeben, um dir (langrfristig) etwas Gutes zu tun. Wie kannst du gesunden Egoismus entwickeln?

1. Nicht sofort reagieren

Täglich bekommen wir im Berufs- und Privatleben Nachrichten, auf die andere Menschen eine Antwort erwarten. Zugespitzt hat das Ganze noch durch Messenger-Dienste wie WhatsApp, mit denen durch blaue Häkchen gleich ersichtlich ist, wass wir eine Nachricht gelesen haben. Viele Menschen fühlen sich dadurch bunter Druck gesetzt, auch sofort zu antworten, um den Gegenüber nicht zu verärgern. Von diesem Gefühl soltest du dich lösen. Du hast, wie jeder andere Mensch auch, Dinge zu erledigen. Diese Dinge haben gewisse Prioritäten. Durch einkommende Gespräche, E-Mails und Whatspp Nachrichten solltest du dich nicht aus deinem Rhyhthmus bringen lassen. Es ist absolut legitim, erst dann zu antworten, wenn du dafür Zeit hast. Das kann, je nach Dringlichkeit und Kommunikationspartner, ruhig erst am nächsten Tag sein. Andere Menschen stehen dir auch nicht immer sofort auf Abruf zur Verfügung. Daher sollte niemand von dir verlangen, dass du ständig erreichbar bist oder es dir übel nehmen, dass du einmal länger zum Antworten brauchst. Sollten dich eingehende Nachrichten an diesem Ziel hindern, weil sie dich aus deinem Tagesrythmus bringen, stelle das Handy ruhig mal aus – sofern du es dir aus berufliche oder privaten Gründen erlauben kannst. Du wirst Staunen, auch wenn wir mal einen Tag nicht auf das Handy sehen, geht das Leben weiter!

2. Mache nur das, was du auch wirklich möchtest.

Klar, es kann nicht jeder nur das tun, was ihm gefällt. Wir leben in keiner Anarchie und sind im Berufs- und Privatleben von bestimmten Dingen abhängig. Dennoch: Wenn wir Tätigkeiten nachgehen, denen wir im Inneren eigentlich widersprechen, ist das langfristig nicht gut für uns. Stelle dir also z. B. die Fragen: Ist das der Job, den ich wirklich ausüben möchte oder ist es nur die Sicherheit und das Geld, das mich von meinem Traumjob abhält? Ist das soziale Umfeld das, was mir guttut oder trifft man sich eher nur noch aus Bequemlichkeit und Gewphnheit und erzählt sich seine Sorgen und Probleme?

Einfach einmal über sein eigenes Leben nachdenken, ob die Dinge, die wir tun dem entsprechen, was wir wirklich wollen. Dieser Teil des gesunden Egoismus hat viel mit der oben schon angesprochenen Selbstbestimmung zu tun.

 3. Sei dir bewusst, dass du nur für dein eigenes Leben (und evtl. das deiner Kinder) verantwortlich bist

Wenn dich andere Menschen nach einem Rat fragen, hilf Ihnen im Rahmen deiner Möglichkeiten, gib Tipps, biete deine Unterstützung an. Mehr kannst du nicht tun. Fühle dich nicht verantworltich dafür, wenn dieser Mensch deinen Ratschlägen nicht folgt oder sich nicht helfen lassen will. Genauso wie wohl niemand Verantwortung für dein Leben übernehmen wird und nur du dafür Sorge zu tragen hast, bist du nicht für das Wohlergehen von andern Menschen verantwortlich.

Gesunder Egoismus trägt dazu bei, dass du dich wieder vermehrt um dich kümmerst und Kraft tankst. Nur so ist es dir möglich, auch anderen Menschen helfen zu können.

Fazit

Selbstliebe und Selbstfürsorge ist keine einmalige oder temporäre Sache. Die Einstellung, dass du dir damit etwas Gutes tust, sollte dein ganzes Leben lang präsent sein und ständig angepasst werden. Was dir heute gut tut, kann sich morgen schon ändern. So ist besonders die oben erwähnte Liste regelmäßig zu aktualisieren und zu hinterfragen. Unser Leben ändert sich laufend, beruflich und privat. Damit ändern sich auch unsere Bedürnisse.

Wir Menschen sind nicht auf dem Leben, um andere Menschen glücklich und uns dabei unglücklich zu machen! In diesem Sinne freuen wir uns über deine Meinung. Wie stehst du zur Selbstfürsorge?

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